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 Ein weitere Highlight im Mittelmeer ist die Insel Korsika. Wie auch nach Sardien gehen von Genua und Livorno (die zwei wichtigsten Fährhäfen) täglich Fähren nach Bastia. Wer mit dem Wohnmobil kommt sollte frühzeitig buchen da die hohen Stellplätze auf den Fähren durchaus schnell vergeben sind.

 Von München kommend erfolgt die Anfahrt über die A96 (Lindauer Autobahn) und mautfrei durch den Pfändertunnel bis zur Ausfahrt Hohenems (Rheintalautobahn). Aber Achtung, keine Ausfahrt weiter sonst wird man zum Mautpreller. Von dort zur Anschlussstelle Wildnau, A13 (Schweiz) und und mit Schweizer Jahresvignette Richtung Chur auf die Autobahn. Über den Großen St. Bernhard geht es Richtung Italien. Bei Belinzona hält man sich Richtung Como, erreicht bei Chiasso die Grenze nach Italien und fährt auf der A9 weiter immer Richtung Mailand. Kurz vor Mailand, an der zweiten Mautstation, teilt sich die Autobahn, hier geht es schon Richtung Genua. Der Westtangente, die man nun befährt folgend, erreicht man nach ca. einer halben Stunde die Abfahrt auf die A7/Genua und verlässt diese Autobahn nicht mehr bis man am Hafen angekommen ist.

 Stellplatztip: ca. 60 km vor Genua passiert man die Ausfahrt Serravalle. Wer hier abfährt erreicht nach 5 km  Italiens angeblich größtes Outlet-Center "McArthurGlenn Serravalle Designer Outlet" mit kostenfreien Wohnmobilstellplätzen Nähe des Kreisverkehrs (ca. 10 sogar mit Strom). Shoppen, Essen, Biertrinken und Schlafen, entspannter kann die Weiterreise am nächsten Morgen zur Fähre nicht laufen. Aktuell (2022) ist um 11.00 Uhr Abfahrt. Auf Korsika am späten Nachmittag angekommen ergibt sich dann durchaus das Problem der  Stellplatzsuche. Generell ist das freie Stehen mit dem Wohnmobil nicht gestattet, teils toleriert man es (Müll unbedingt mitnehmen), oft wird man auch darauf hingewiesen nicht länger stehenzubleiben und in den Bergen drohen zum Teil drakonische Strafen. An Stellplätzen - wie auch in Frankreich - herrscht aber kein Mangel. Camping Santa Marina, Santa Severa, Luri, bietet sich nach einer ca. dreiviertel Stunde Richtung Cap Corse an. Sauberer Platz, großzügige Entsorgungsstation außerhalb des Geländes, kleine Restauration. Über der Straße kleine Marina mit guten Restaurants und Sandstrand - sofern das angeschwemmte Seegras einen Zugang gestattet.

 Stellplatztip: Man verläßt Bastia in Richtung Saint Florent, überquert den anstehenden Pass (Achtung, teils anspruchsvoll mit WOMO), und hält sich, wenn man wieder unten ist,  am ersten Kreisverkehr rechts (linker Hand sieht man das große Gebäude einer Weinmanufaktur), folgt der Straße ein kleines Stück und wenn diese vor einem auffallend gerade verläuft nimmt man die kleine Abfahrt links Richtung "Camping U Sole Marinu Location mobil Home". Geht ein Stück die holprige Küstenstraße Richtung Meer. Stellplatz teils nahe am Strand, die meisten zumindest teilweise schattig, kleine Pizzeria und dort bekommt man auch nach Rezeptionsschluss noch die Kyecard für die Dusche. Strom, Wasser, Toilette, Duschen und Entsorgung vor Ort, direkter Zugang zum steinigen, im Süden auch sandigen, Strand.

Wir waren hier mehrfach, bietet sich nicht nur für die Fähre als Ausgang an, liegt auch für Wanderungen sehr gut und das hübsche, lebhafte und durchaus gehobene Städtchen Saint Florent mit seiner Zitadelle und dem riesigen Jachthafen ist auch nicht weit. Gut sortierter LeClerce am südlichen Kreisverkehr links halten, ca. 5km. Sparmarkt im Ort. Fischladen am nördlichen Anfang sehr gut aber auch sehr teuer. Jede Menge Lokale, Eisbuden und Kaffees am Yachthafen. Fotografisch eigentlich wenig los, am Meer gibt es einen Brackwasserbereich an dem verschiedenen Grünfrösche und Libellen waren.

 Weiterer Tip: Man hält sich von Bastia Richtung L'Île-Rousse / Calvi, durchquert die Berge mit teils wunderschönen Aussichtspunkten, und sobald man das Meer sieht gibt es rechter Hand eine kleine Abfahrt. Hier geht es zum Stellplatz "Village Camping de l'Ostriconi". Ist etwas höher vom Preis (Herbst 22 31 Euro Fahrzeug, 2 Personen und Strom). Kleiner Shop, Pizzeria und Pool, große, saubere Sanitäranlage mit dunkel gefliesten Toiletten, Chemieentsorgung aber kein Grauwasserablass. Für Mutige empfehlen sich die Stellplätze nach Durchfahrt durchs Tor im Hochwassergebiet (entsprechende Warntafeln). An einer Pferdekoppel unter Eukalyptus mit sandigem Untergrund - sehr schön aber auch der Gang zum Sanitärbereich ist ein Weiter.

 Zum Meer geht´s ca. 20 min zu Fuß. Entweder durchs Tor am Waschhaus und dem ausgeschilderten Pfad entlang, über eine Holzbrücke und im Frühjahr durchaus durch einen Brackwasserlauf watend, erreicht man einen wunderschönen Sandstrand mit Dünenlandschaft und professioneller Bewachung. Am Weg sieht man Seidenreiher, Seidensänger waren im Tamariskengestrüpp, am Brackwasserkanal waren Alpenstrandläufer, Teichhühner, Zwergtaucher und Bläßhühner. Zur Zugzeit denke ich ist hier allerlei geboten. Verschiedene Libellen, auch Erdbeerbaumfalter, Weißlinge und Bläulinge flogen hier, nur mit den restlichen Insekten wars im Herbst 22 mehr als mau. Wahrscheinlich der Hitze des Sommers geschuldet. Aber Achtung, riesiger öffentlicher Parkplatz. hier ist man nicht alleine. Schöner ist der südliche Pfad. Am Ende des unteren Stellplatzen kämpft man sich etwas durch verschiedene Tore um dann durch die Dünen zum Meer zu wandern. Hält man sich am Strand rechts und folgt dem Pfad in die Felsen befindet man sich auf einem traumhaften Wanderweg entlang der Küste, trifft auf verschiedene kleine Badebuchten und genießt die herrliche Küstenlandschaft mit dem azurblauen Meer. Thyrrenische Mauereidechsen, Segelfalter, verschieden Arten von Ziestrosen, Lavendel, Thymian und Rosmarien, hier wird einem schnell klar warum Korsika die Insel der Düfte ist.

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 Folgt man der Straße am Eingang kommt man erst zum großen Badeparkplatz und geht dann auf der alten Küstenstraße immer leicht nach oben, bis man einen spektakulären Blick über die Buch und auf Meer genießt und auch der Makrofotograf findet hier reichlich Motive.

 Stellplatztip: Fährt man dann weiter Richtung Süden auf die Halbinsel L'Île-Rousse, befindet sich kurz nach dem Bahnübergang der Campingplatz "Camping Les Oliviers". Weitläufiger Platz mit ausreichend Stromsäulen, Brötchenservice, Chemieentsorgung und einfachem, aber sauberen Sanitäranlagen. Grau- und Frischwasser können in einem Grundstück auf der anderen Straßenseite behandel werden. Kosten Herbst 22, 23 Euro mit zwei Personen.

An der Westseite ist ein Durchang Richtung Meer, man geht ca 200 m zur Bahnlinie und überquert die Gleise. Anschließend befindet man sich in einer abwechsungsreichen Maccia, ein Paradies sogar für Vogelfotografen. Schwarz- und Braunkehlchen habe ich hier gesehen, verschiedene Grasmücken, Bluthänfling, Ringel- und Türkentaube und am felsigen Strand Mittelmeermöve, Kormoran und Krähenscharbe, verschiedene Limikolen, Silberreiher und vieles mehr. Außerdem ungewöhnlich viele Eidechsen. Sogar an den Kiefern im Campingplatz konnte ich Ruineneidechsen (Podarcis siculus) beim Ameisenfang fotografieren. Auch kann man von hier einen schönen Spaziergang entlang des Strandes machen bis bei den ersten Restaurants eine Bar mit Rattanmöbeln, vernünftigen Preisen und voller Sicht aufs Meer, zum Verweilen einlädt. Zwischen hier und der nächsten größeren Stadt, Calvi, finden sich aber noch einige andere Stellplätze. Uns hat aber keiner so gut gefallen. Am südlichen Ortsausgang befindet sich wieder ein, diesmal deutlich größerer, Supermarkt LeClerce. Hier gibt es wirklich alles was Korsika kulinarisch zu bieten hat.

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Von hier ging es dann weiter zu den berühmten Badegumpen des Fangotales. Vor Calvi, entlang des Flugplatzes zieht sich die D81 in ein Hochtal, überquert dann ein riesiges Flusstal, biegt links ab und nun gehts immer höher, bis man bei der Gaststätte La Ciucciarella wieder links ins Fangotal biegt. Vorbei an der ersten Sehenswürdigkeit, der "Ponte Vecciu" mit seinem riesen Parkplatz weiter die Holperstraße Richtung Manso, hinauf zur Brücke "Le pont de Tuarelli", und über die Brücke (Achtung, nichts für breitere Teilintegrierte) zum....

Persönlicher Favorit:    ....Stellplatz "Camping L'Alzelli". Zumindes war es im Herbst 22 einigermaßen sauber, man konnte (wenn man unbedint wollte), die Duschen benutzen und die Toilette waren zumindes gangbar. Leider ist die Pizzeria mit den früher angeblich besten Pizzen Korsikas weiter geschlossen, aber der Besitzer war nach wohl einem schweren Schicksalsschlag wieder fröhlich und vor Ort. Trotz nur zweier Stromanschlüsse auf dem ganzen Platz ist dieser einfach traumhaft, der Weg zur ersten Badegumpe nur 5 Minuten (wer braucht da noch eine Dusche), und der Spaß einfach riesig. 25 Euro die Nacht mit Strom.

Toller Ausgangspunkt für Wanderungen Flussauf und Abwärts, hinauf nach Manso und auch Ausgangspunkt für Touren ins Hochgebirge, z. B. Richtung Mte Cinto.

 

Tyrrenische Mauereidechse (Podarcis tiliguerta), Korsischer Gebirgsmolch (Euproctus montanus), Italienischer Wasserfrosch (Pelophylax bergeri, Synonym: Rana bergeri), Korsischer Scheibenzüngler (Discoglossus montalentii)

   

 

 

sowie Efeublättriges Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium), Herbstblaustern (Scilla autumnalis) und Alpenherbstzeitlose (Colchicum alpinum) im Herbst lassen erahnen, was fotografisch zu allen Jahreszeiten hier geboten ist.

 

 

 

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 Wir waren dann erstmal noch in Corte. Naja, hatte es als historisches Provinzstädtchen mit toller Kulisse in Erinnerung. Nach der zweiten Durchfahrt habe ich dann aufgegeben. Zu viele Menschen. Die Täler rundrum sind aber eine Reise wert, wenngleich man den Genuss auch mit vielen Womos teilen muss. Das ist aber eine der nächsten Reisen.

Weit vor Corte, von der T20, die von Westen her in die höchstgelegene Stadt Korsikas führt, geht nach einer markanten Brücke die D47 rechts ab ins Ascotal. Wer dieser Straße folgt und Berge, enge Straßen, Serpentinen und naturnahe Gebirgswälder liebt kommt hier voll auf seine Kosten. Sehr günstig gelegener Ausgangspunkt:

 Tip:  Camping E Canicce. von der T20 kommend Richtung Asco, nach ca. 5 km rechtsseitig, kurz nachdem eine größere Straße rechts abgeht. Mit direktem Blick aus die Berge, Pizzeria, Pool und sehr sauberem, wenn auch kleinem Nassbereich. Schöne Stellplätze, teils unter Bäumen, Strom aber keine Toiletten- und Grauwasserentsorgung.

Bereits auf der Weiterfahrt Richtung dem kleinen, namensgebenden Städtchen Asco mit Restaurants, Sonnenterassen und seiner berühmten Brücke tritt man an manchen Stellen ein in eine andere Welt. Wer aber am Ortsrand scharf rechts abbiegt, macht dann auch schnell Bekanntschaft mit abenteuerlichem Straßenbau. Aber es lohnt sich. Atemberaubend zieht sich die Straße immer höher bis man am Ende den Parkplatz  Station de ski d'Asco, einem korsischen Skigebiet erreicht. Wer möchte kann von hier Korsikas höchsten Berg, den Monte Cinto, besteigen. Aber auch leichtere Wanderungen sind möglich und unbedingt empfehlenswert.

Wer es mit dem Camper rauer liebt, ca. 5 km unterhalb der Skistation liegt der Stellplatz  Camping Monte-Cinto. Unter Kiefern am Fluss Asco gelegen (übrigens auch mit Gumpen, Wasserfällen, Schluchten und Wanderwegen) liegt der einfache, aber relativ große Stellplatz. Wer Strom braucht sollte ein sehr langes Kabel mit sich führen oder zeitig einen der nah am Kasten gelegenen Plätze belegen. Keile sind zwingend von Nöten, ziemlich Bucklig im Wald. Einfache, aber sehr saubere Sanitäranlagen, ein kleines Restaurant in dem man günstig einfache Gerichte essen kann und ein sehr freundliches Pärchen aus Bastia überall wo es nötig ist. Herbst 22 ca. 22,50 Euro, zwei Personen mit Strom. Dusche dabei.

Fotografisch wars im Herbst durchaus übersichtlich. Ein Blick wegen Amphibien ins Wasser lohnt sich immer. Hier hatte ich im Jahr zuvor doch den Korsischen Scheibenzüngler (Discoglossus montalentii) gefunden. Der nächste Besuch Korsikas ist im Frühjahr 2023 geplant - ich werde gerne berichten

 

 

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Im Mai 2022 besuchten wir zum zweiten Mal nach 2018 im Burgenland - Österreich das Gebiet um den Neusiedler See mit dem Wohnmobil. Ich kenne das Gebiet seit vielen Jahrzehnten und musste leider eine - erneut - galoppierende Naturzerstörung feststellen. Als Folge des Klimawandels wird von Seiten der sich stark ausbreitenden Landwirtschaft - vor allem Kartoffeln und Gemüse - massiv Tiefenwasser zur Bewässerung hochgepumpt. Die Folgen aus Allem - bis auf Darscho und Zicksee (künstlich bewässert) sowie einiger fischereilich genutzter Kleinseen ist gerade noch der Apetloner Badesee mit Wasser gefüllt. Hunderte einstiger Lacken liegen trocken. Die Schifffahrt auf dem Neusiedler See ist massiv beeinträchtigt, Fähren können nur noch einen Teil Passagiere aufnehmen, Segelboote gar nicht mehr auslaufen.

 Tips zu den Stellplätzen:      Da wir auch in Podersdorf beginnen wollten, ergaben Internetrecherchen mehrere Möglichkeiten und wir haben uns dann für den Stellplatz der Familie Schaller, Frauenkirchner Str. 20, 7141 Podersdorf am See, Österreich, entschieden und haben es nicht bereut. Mit grünem Untergrund, Strom und Grauwasser/Toilettenentsorgung (kein WC) liegt der Platz für ca. 8 Fahrzeuge unmittelbar hinter dem Weingut zwischen den Weinstöcken. Natürlich haben wir auch Wein gekauft und verlängerten so daheim unseren Urlaub.

Im Verbund mit der Familie Schaller gibt es noch zwei weitere Stellplätze in Podersdorf (alle drei max. 3 Übernachtungen) sowie am Seeufer einen gewaltigen Campingplatz der Gemeinde, übrigens mit Außenduschen und Toiletten zugänglich für jedermann.

Fotografisches Ziel war der Blutspecht und auf den Ruderalflächen um die "Grundlacke" Hasen und Rehe. Zwei Blutspechthöhlen habe ich auch gefunden. Zu fotografieren waren beide leider nicht. Um Reh, Hase und Fasan zu bekommen, sind die Flächen rechtsseitig nach dem kleinen Wäldchen ideal. Pirol, Nachtigall, Stieglitz, Dorngrasmücke, Turteltaube, Neuntöter waren Vogelarten um die Fischweiher. Leider waren die anschließenden Lacken auch alle völlig trocken. Rechtsseitig entlang des Güterweges vor dem Wäldchen sind einige Kiesabbaugebiete und Holzlagerplätze. Diese genauer anzusehen lohnt sich auf jeden Fall. Grauammer, Neuntöter, Bluthänfling, Feldsperling - nur einige der Arten.

Laut Internet gibt es im Ort Illmitz auch einen Stellplatz. Wir fuhren dort vorbei und landeten an einer sehr hohen Mauer - allerdings mit Telefonnummer unter der sich aber niemand meldete. Ein schöner Stellplatz (zur Not und nur bis Ende April) ist der Seehafen von Illmitz. Rundherum Natur, ideal für Fotografen. Z. B. Beutelmeise, drei verschiedene Rohrsänger, Schwirle, Schwalben, Pirol und Gänse. Schon entlang der Straße zum Hafen erstreckt sich eines der Zentralgebiete. Verschiedene Orchideen entlang des Radrundweges, Zwergiris, Phönizische Königskerze, weiße Esel, Przewalskipferd und Graurind, Pirol, Rotfußfalke, Rohrweihe und bei Wasser jede Menge Limikolen.  


Stelzenläufer ()_0005

Dunkler Wasserläufer ()_0014


Rotschenkel ()_0016

  Tatsächlich ist es immer angebracht sich vorher oder vor Ort zu informieren. Immer wieder tauchen Seltenheiten auf, Rotfußfalke, Zwergohreule oder Sumpfohreule sind sind mit Infos deutlich leichter aufzuspüren. Ein idealer Ausgangspunkt und top Stellplatz mit dem Womo ist der Campingplatz am Zicksee. Großzügig bemessen und mit weiträumigen, sehr sauberen Sanitäranlagen. Bereits beim Einfahren sieht man linker Hand nach der Rezeption die berühmte Zieselwiese. Wenn die Gänseblümchen blühen ist die Motivsuche nicht mehr schwer. Leider wurde in 21 ein Großteil der Tiere durch einen Prädator und wohl durch ein Virus ausgelöscht. Langsam beginnt sich der Bestand wieder zu erholen, aber mir kam es so vor, als wenn die putzigen Tierchen scheuer waren als früher. Wenn´s am Platz nicht funktioniert, draußen  am See, entlang der Promenade, klappts bestimmt. Im Campingplatz und davor, in den Anlagen, konnte ich neben Ziesel auch Schwarzspecht, Blutspecht, Star, Ringeltaube und Bläßgans fotografieren. Entlang der Ufer, mit Gillyanzug am Boden liegend, fotografierte ich Rotschenkeldunkler Wasserläufer, Bruchwasserläufer, Alpenstrandläufer, Kampfläufer, Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Flußregenpfeiffer und Brandgans. 

Eine der berühmtesten Fotolocation im Burgenland ist die Hansag zwischen Tadten und Einser-Kanal, unmittelbar an der Ungarischen Grenze. Von St. Andrä kommend, folgt man der Hauptstraße, fährt in Tadten an der Kirche geradeaus, biegt einmal links ab und nach einem Rechtskick befindet man sich auf dem Tadter Dammweg, der bis zum Einser Kanal führt, dort  links entlang des Kanals abbiegt und an der Brücke zu Ungarn wieder hart links zurück nach Andau geht. Auffallend ist auch hier die starke landwirtschaftliche Belastung. Seit einigen Jahren wird im Hansag-Gebiet die Rindersorte Black-Angus gezüchtet. Weite Felder sind von Rinderherden bevölkert.

Kurz nach Straßenbeginn lohnt sich bereits ein genauer Blick in die Vegetation linksseitig entlang des Grabens. Der Platz zum Graben ist breit genug um auch mal mit dem Auto stehen zu bleiben, denn Schwarz- und Braunkehlchen brüten im Hangbereich, der Neuntöter zieht hier seine Jungen auf und lässt  sich häufig auf den kleinen Büschen nieder, ebenso wie Schafstelzen diese oft als Singwarte benutzen. In den immer wieder vorhandenen Schilfbereichen können hervorragend Schilf- und Drosselrohrsänger fotografiert werden. Wie überall - aber hier besonders oft - kann in den Bäumen rechtsseitig der Straße durchaus mal eine Nachtigal, ein Stieglitz oder ein anderer Singvögel seine natürliche Scheu vergessen und das KFZ ganz nah an sich ranlassen. Also Augen auf. Dies geht so bis nahe des Trappen-Aussichtsturms. Hier brauchts durchaus Glück, aber vom Turm sind schon Kaiseradler, Sakkerfalke, Turmfalke, Rotfußfalke, Singvögel und Sumpfohreule fotografiert worden. Letztere war in 2022 häufig zu beobachten und wurde noch häufiger fotografiert. Leider sah ich sie beim ersten Mal nur in großer Entfernung, beim zweiten Mal wurde sie von mehreren extrem jagenden Rotfußfalken stark irritiert. Weiter lässt sich von hier die seltene Großtrappe beobachten, weiter sah ich Rote Milane, Wiesenweihe, Turmfalke und viele weitere Arten. Überall entlang der Straße gibt es gute Stellen für Reh, Hase und Fasan, und wenn man die Augen offen hält gibt es manchmal auch eine dicke Überraschung. Wer an der Kanalbrücke nach Ungarn parkt und dem Weg weiter folgt, kann lt. mehreren Ornithologen hier den Schlagschwirl beobachten, weiterhin findet man entlang des Weges größere Osterluzei-Bestände mit dem entsprechenden Schmetterling.

 

Schafstelze (Wiesen-)_0007

Neuntöter ()_0052

Drosselrohrsänger ()_0050

 

 

Schwarzspecht ()_0005

 

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Für den Naturfotografen bietet das Wohnmobil den unschätzbaren Vorteil immer da zu sein, wo auch fotografisch etwas geboten ist. Doch Vorsicht, in Italien ist das mit dem frei Stehen nicht so wie bei uns. Prinzipiell ist wildes Campen verboten, einiges wird toleriert, aber in Strandnähe kann es schon sein, dass die Policia eingreift. Einfache Stellplätze sind mit „Area Sosta Camper“, Landgaststätten mit heimischer Küche als „Agriturismo Sardegna“ ausgeschildert

Rund um die Insel sind aber auch genügend Stellplätze bis hin zu komfortablen Campingplätzen, die sowohl Strom, Wasser und Entsorgung anbieten. Häufig gepaart mit einem – meist vernünftigen - Restaurant.

Von München nach Genua – dem nächstgelegenen Fährhafen Richtung Sardinien, ist es mit dem Wohnmobil eine kurze Tagesreise. Die Fähren nach Olbia oder Porto Torres gehen meist abends gegen halb Zehn Uhr und fahren über Nacht. Camping an Board gibtes aus aktuellen Anlässen nicht mehr. Wer es mit etwas Komfort genießen will nimmt eine Kabine. Ausgeschlafen kommt man am nächsten Morgen auf der Insel an.

 Stellplatztip: Für einen Zwischenstop bietet sich ca. ein dreiviertel Stunde vor Genua der Ort Terravalle mit seinem Einkaufscenter an. Mehr dazu im Reisebericht über Korsika.

 Stellplatztip: Ca. 70 km südlich liegt der kleine Ort Orosei. Dieser bietet am Strand einen schönen Stellplatz „Osalla Beach Garden“, mit einfacher Dusche, Wasser, Strom und Entsorgung – übrigens mit gutem Restaurant und Bar – und einem, über eine Hängebrücke erreichbaren – wunserschönen Sandstrand mit Pinienhain. In und um den Stellplatz findet sich eine Menge an verschiedenen Insekten (neben dem WOMO kann man mit etwas Glück schon Gottesanbeterinnen finden), die durchaus Lust zur Fotografie machen. Der Pinienhain am Strand bietet besonders am Morgen karibisch anmutende Motive.

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Wer frischen Fisch oder Meeresfrüchte will dem sei der Fischhandel am Ortsausgang von Orosei links an der Straße zum Stellplatz empfohlen - der Hammer.

Weit im Süden des Golfes von Orosei kann man einen großen Felsen im Dunst erahnen – an ihm lebt die größte Eleonorenfalken-Kolonie des westlichen Mittelmeeres. Doch dazu gleich noch mehr. Hier am Platz muss man sich nun entscheiden, ob man der Küste weiter gegen Süden folgt oder in die nahen Berge will. Unterschiedlicher könnten die Möglichkeiten nicht sein.

Folgen wir mal der Küste südlich:

 Weiterer Tip: Vorbei an Cala Gonone und Urzulei geht es nach Baunei. Kurz hinter dem Ort biegt eine Straße  links zur Küste ab und man gelangt nach unzähligen Kurven durch immergrüne Maccia in herrlicher Berglandschaft zum "Punta Pedra Longa". Zwei Felsnadeln im Meer, die bei Nacht und Sonnenaufgang ein fantastisches Bild ergeben. Hier kann man, zwar beengt und oft besetzt, mit dem Wohnmobil auf geteertem Untergrund nächtigen. Übrigens ist zwei Kurven oberhalb auch ein gutes Restaurant - das Bier ist frisch und hat den Namen "Ichnusa". Unbedingt ausprobieren - rechts vom Eingang zur Terrasse führt eine lange Steintreppe hinab ans Meer zu einer kleinen Badestelle.

Und hier geht auch etwas oberhalb der Gaststätte ein Wanderweg links und rechts in unwegsames Gelände. Nach den Bestimmungen (beschrieben auf einer großen Infotafel) darf man ihn eigentlich nicht ohne Führer benutzen – uns kam auf dem Weg auch eine geführte Gruppe entgegen – aber wenn man diesem Pfad nur gerade nach Norden folgt, sollte man zwar trittsicher sein, aber alpine Kenntnisse sind nicht erforderlich. Und nach ca. 2,5 Stunden kommt man dann auch an ein kleines Plateau mit wunderbarem Blick auf – sie werden es erraten – auf den Falkenfelsen. Ein Herankommen ist nicht möglich, der Weg führt von hier steil bergauf Richtung Baunei, aber ich glaube das muss man auch gar nicht, denn schon von hier wird einem klar wie gewaltig dieser Fels ist. Aber Falken sind genügend in der Luft.

Weiter nach Süden geht’s es in die kleine Stadt Arbatax mit seinem Jachthafen und dem berühmten Porphyrfelsen. Morgens und abends ein farbenfrohes Motiv. Der Felsen leuchtet in verschiedenen Rottönen. Direkt vor den Felsen, unmittelbar nahe des Hafens gelegen kann man mit dem WOMO auf einem sandigen, ebenen Platz mal eine Nacht stehen bleiben.

 Stellplatztip: Empfehlen kann ich "Campeggio Villaggio Sos Flores", ein Stellplatz 15 min vom Hafen entfernt, unter Eukalyptusbäumen gelegen mit eigenem Strand, Restaurant und strikter Mülltrennung – natürlich auch alles an Entsorgung sowie Strom und großzügigen Sanitärräumen.

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Ein unbedingtes Muß ist eine Fahrt mit der Schmalspurbahn ins Gebirge. Am Hafen ist auch der kleine Bahnhof. Entspannter kann man das bergige Hinterland nicht erkunden.

Über Bari Sardo geht’s noch südlicher, Villaputzu und Porto Corallo ist unser nächstes Ziel.

 Stellplatztip: "Bellavista Camper Service" kurz vor dem kleinen Hafen gelegen ist ein einfacher Stellplatz mit allem. Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt, Stellplatznah zu Fuß erreichbar findet man mehrere verwilderte Bereiche mit einer vielfältigen Insektenwelt. Gelegentlich auch mal mit Schildkröten und verschiedenen Singvögeln.

Von hier gings dann für uns im Herbst immer an Cagliari vorbei an die südliche Westküste. Unser Ziel Porto Botte und die von dort südlich schnell erreichbaren Salinen. Hier gibt es einen traumhaften Stellplatz „Spiaggia di Porto Botte“, gelegen zwischen Meer und Saline, auf festem Untergrund und mitten drin. Zentral im Gebiet hat man hier nicht nur tolle Sonnenauf- und untergänge sondern auch in den Salinen eine reiche Vogelwelt. Verschiedene Grasmücken, Limikolen, Enten und Flamingos sind hier in vernünftigen Distanzen anzutreffen. Aber auch Krähenscharbe und mehrere Möwenarten finden sich am Strand ein.

Unser eigentliches Ziel ist aber, über eine Verbindungsstraße durchs Meer Sant Antioca, und weiter der kleine Hafen von Calasetta. Hier geht 2-stündlich die Fähre nach Carloforte auf der Isola de San Pietro, das italienische Traumziel im Herbst für Vogelfotografen – hier geht es zu den Eleonorenfalken.

Der Preis Hin- und Rückfahrt fürs WOMO liegt bei ca. 80 Euro, Fahrzeit ca. 1 Stunde. In Carloforte angekommen hält man sich linksseitig – Ziel "Capo Sandalo". Wer allerdings die am Stadtrand gelegenen Salinen genauer studiert wird sich die Weiterfahrt als Fotograf fast überlegen, so wimmelt es hier von verschiedenen Vögeln. Bis 2019 unterhielt der örtliche Naturschutz am geteerten Parkplatz – der ist übrigens auch der Stellplatz fürs WOMO während des Aufenthaltes (Keile unbedingt vonnöten) - eine Informationshütte und teilte den Fotografen die Hides und Stellplätz zu. Derzeit hat das wohl ein lokaler Guide übernommen dessen Reservierungsliste auf Nachfrage bereits für das darauffolgende Jahr voll war.

Vom Parkplatz geht ein Weg Richtung Spitze der kleinen Halbinsel. Hier hat man bereits Gelegenheit den Falken bei der Jagd zuzusehen. Am Anfang biegt auch ein Steig rechts Richtung Meer ab und führt die Steilküste steil nach unten. Auch hier gibt es durchaus Gelegenheit mit langen Teles die Vögel abzulichten. Zu erwähnen ist unbedingt, dass mit Schildern das Verlassen des Weges wegen der Falken untersagt ist. Wer sich allerdings am Parkplatz links an der Mauer in die Vegetation begibt folgt einem Fernwanderweg und der führt auch nahe der Steilküste vorbei. Hier ist der richtige Ort um sein Glück zu versuchen.

Weiter hat die Insel eine reiche Insektenwelt sowie eine große Anzahl verschiedener Eidechsen (meist Ruineneidechsen) zu bieten, Blaumerlen sind häufig und auch mehrere Arten von Grasmücken besiedeln die Buschlandschaften entlang der Küste. Während des Vogelzuges sind alle Arten europäischer Kleinvögel anzutreffen. Drei Tage sollte man schon einplanen und immer früh los – bevor die geführten Fotografen durch Gelände gebracht werden.

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Von hier geht es dann wieder zurück und ein ganzes Stück nördlich in das Gebiet von Oristano.

 Stellplatztip: Am Stellplatz des Örtchens Buggerru ein oder zwei Nächte zu verweilen ist durchaus ein Muß.. Ganz nahe am Meer, mit tollem Strand liegt er am Ende des kleinen Bergwerkdorfes, dessen Zufahrtsstraße von beiden Seiten schon mal 13% Steigung/Gefälle erreichen. Für 10 Euro/Tag hat man Entsorgung, Dusche, WC und Strom. Ein Ausflug zur Lorenbahn mit Besichtigung eine Bergwerkstollens am Südhang des Canyons lohnt sich, die Eisdiele ist überragend, kleine Geschäfte laden durchaus mal zu einem Spaziergang ein und die örtliche Gastronomie ist auch nicht zu verachten. Aber   Kamera mitnehmen. Ich war überrascht welche Schmetterlingsvielfalt sich an den Gärten bot. Erdbeerbaumfalter, Schwalbenschwanz und Pelargonienbläuling waren hier gut vertreten, sind aber   durchaus an andere Stelle ebenfalls zu finden. Und am Stellplatz singen im Herbst die Blaumerlen um die Wette.

Und dann weiter nach Oristano. An den dortigen Salinen und Flachgewässern gibt es für den Tier- und Naturfotografen ein schier unerschöpfliches Betätigungsfeld.

Wir fahren aber weiter nördlich, an Bosa vorbei (kurz nach Bosa beobachten wir noch eine Zeit lang die Gänsegeier in den dortigen Felsen hoch oben im Gebirge) Richtung Alghero. Landschaftlich ist diese Straße ein Traum. Für Naturfotografen sei aber die Strecke durch die Berge zu empfehlen. Es gibt meerseitig auch mehrere kleine Straßen, die man sich erarbeiten muss oder einfach mal abbiegt. Gerade im Frühjahr trifft man hier auf unzählige Zugvögel. Braun- und Schwarzkehlchen, Schnäpper, Lerchen und Würger, um eine kleine Auswahl zu nennen. Im Frühjahr findet man entlang dieser Straßen auch eine große Anzahl verschiedener Orchideen. Schmetterlingsorchis, Mannsknabenkraut und Übersehene Ragwurz sind nur ein paar davon. Außerdem sind die blühenden Ginsterhänge eine Augenweide.

Alghero sollte man unbedingt besichtigen. Es gibt einen großen Parkplatz vor der Zitadelle (aufgepasst, der ist kostenpflichtig), eine tolle Markthalle mit jede Menge Fisch, Muscheln, Fleisch und Gemüse aus regionaler Gewinnung und natürlich jede Menge bester Lokalitäten. Ein paar Kilometer nördlich befindet sich ein großer Stellplatz mit allem, "Camping Village Laguna Blu". Folgt man dieser Straße, vorbei an einem Schutzgebiet genannt „Regionaler Naturpark Porto Conte“ gelangt man schließlich zum „Capo Caccia“, wo diese Straße endet. Zu besichtigen ist unbedingt die Neptunsgrotte. Hier am Kap leben mehrere Paar Wanderfalken und Gänsegeier, überdies ist dies der wohl beste Ort Sardiniens um nächtens die hier vorkommenden Sturmvögel zu sehen.

Ein paar Kilometer weiter nördlich gelangt man zum "Lago Baratz". Der einzige Süßwassersee Sardiniens bietet vielfältige Fotomotive, verschiedenen Eidechsen, Wasservögel und mit etwas Glück auch Schildkröten. Übrigens teilen sich vier Arten die Insel auf. Besonders zu erwähnen ist die hier lebende Breitrandschildkröte sowie auf dieser Höhe die einzelnen Küstenabschnitte mit traumhaften Buchten z. B. „Torre Bianca“, mit Steinkegeln und beeindruckenden Felsformationen. Es lohnt sich einfach immer wieder anzuhalten und die Küste zu erkunden. Wie überall auf der Insel an den Sandstränden im Herbst blüht auch hier die Trichternarzissen, oft auch als Pankrazlilie bezeichnet.

Weiter geht es nach Norden.  An Porto Torres vorbei in Richtung Stintino zum "Capo Falcone". Die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien bietet stahlblaues Wasser und eine Vielzahl von Bademöglichkeiten.

Dem Tierfotografen sei besonders der Küstenabschnitt vor Stintino im Osten der Halbinsel ans Herz gelegt. Aufgelassenen Salinen, eine ausgedehnte Maccia, ungeteerte Fahrwege dazwischen immer wieder kleine Süßwasserlagunen, hier wimmelt es nur so von Vögeln und Insekten. Z.B. Braun- und Schwarzkehlchen, Flamingo und Zwergseeschwalbe, Brachpieper, Grauammer und Kalanderlerche sind hier eher häufig anzutreffen. Auch kann man hier durchaus gut Wildschweine fotografieren. An die kleinen Lagunen kann man mit dem Auto dicht heranfahren und dieses so als Deckung benutzen, um ungestört durchziehende Limikolen abzulichten. Gesehen habe ich Kampfläufer, Zwerg- und Alpenstrandläufer, Grünschenkel, Rotschenkel und Andere mehr.     

Die Küstenstraße Richtung Osten ist abwechslungsreich und vielschichtig. Besonders seien aber noch die Felsformationen im Nord-osten um Palau zu erwähnen. Hier findet der Landschaftsfotograf eine Vielzahl von Motiven.

Leider ist in diesem Bericht das Innere der Insel komplett zu kurz gekommen. Aber dieses Gebiet bis in die Berge würde nochmal die gleiche Anzahl an Seiten verschlingen. Vielleicht in Teil Zwei.

Abschließend sei noch kurz erwähnt, dass auf der ganzen Insel Campingplätze, Stellplätze und WOMO-freundliche Küstenabschnitte vorhanden sind. Die Verpflegung ist gar kein Problem. Auf regionale Produkte wie Olivenöl, Käse und die unvergleichlichen Nudeln sei besonders hingewiesen und auch den sogenannten „Agriturismo Sardegna“, - Landgaststätten oft mit Unterkunft und auch meist mit Stellmöglichkeiten fürs WOMO - Essen mit ausschließlich heimischen Produkten.

 

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In den alpinen Prospekten fiel mir immer wieder die Bieler Höhe im Montafon, Vorarlberg (Österreich) auf und auch die Möglichkeit dort mit dem Wohnmobil zu übernachten.

Leider war der angedachte Stellplatz auf der Hochalpenstraße Ende Juni 21 wegen Teer-Arbeiten kurzfristig nicht anfahrbar, so dass wir von Bregenz kommend, immer der Autobahn folgend, beim Auhofcamping in Bürs landeten. Der Stellplatz hier liegt auf einem Bauernhof auf grüner Wiese, ist einfach gehalten, aber die Sanitäranlagen sind gepflegt, zweckmäßig und sauber, und wer hier etwas von den selbstgemacheten Wurstwaren kauft, wird sicher nicht entäuscht werden. Das Geräucherte ist in meinen Augen geradezu göttlich. Sagen sie das ruhig, die nette Chefin freut sich.

Die Anfahrt durch ein Industriegebiet ist aber gewöhnungsbedürftig und hier sollte man auch seinem Navi vertrauen. Die Preise sind moderat, die Autobahn kaum zu hören und die Lage ist durchaus geeignet, die abwechslungsreiche Gegend zu erkunden. Und wenn dann noch unsere lieben Freunde Beate und Achim mit ihren zwei Beagles neben uns stehen, gibt´s doppelten Grund zur Freude.

Zu Fuß oder mit dem Rad kann man den nahen Berghang erreichen und sollte unter keinen Umständen die Kamera vergessen. Entlang des Wanderweges bieten sich für Makrofotografen eine Vielzahl von lohnenden Motiven. Verschiedene Bockkäfer seien erwähnt, Schmetterlinge (verschiedene Bläulinge, Edel- und Scheckenfalter) in Hülle unf Fülle sowie diverse Blühpflanzen über das ganz Frühjahr verteilt bis in den Sommer hinein.

Eine leichte, aber abwechslungsreiche Wanderung geht hinein in die Bürser Schlucht, immer am Bach entlang zu diversen Kaskaden und dem  Bürser Wasserfall. Vor allen eine interessante Flora ist zu entdecken - aber Achtung - Wanderer- und Hundealarm

  

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                                                                                                                                                            Buerser Schlucht (Österreich)_0002

 Ein weiteres schnell zu erreichendes Ziel vom Stellplatz Auhof ist das wunderschöne Brandnertal. Teils malerisch entlang des Flusses Alvier, durch die Ortschaft Brand immer auf der L82, bis zum Ende, dem Parkplatz Lünersee Bahn. Großzügige - zumindest nähe Talstation - kostenpflichtige Parkplätze gestatten auch dem Wohnmobilfahrer ein Verbleiben. Und das lohnt sich. Von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr geht`s für gute 18.-- Euro (rauf und runter - geht aber auch zu Fuß) viertelstündlich rauf zum Lüner See. Diesen Stausee kann man in ca. 2 Stunden umrunden, hat dabei an jedem Ort eine traumhafte Bergkulisse um sich und von überall tront das Schesaplana Massiv über allem. Gastronomie gibt es auch, kann ich aber nicht bewerten. Als Naturfotograf bewerten kann ich aber die unfassbaren Motiv die sich hier bieten, verschiedene Orchideen wie Kohlröschen, (Nigritella), Händelwurz (Gymnadenia), u.v m., Zwergprimel (Primula) und Pulsatilla - teils flächendeckend - und viele weitere Hochgebirgspflanzen - besonders erwähnenswert ist noch das Gespornte Veilchen (Viola calcarata) reichen für viele Tage Fotografie. Schneefinken an der Bergstation, Hausrotschwanz und Steinschmätzer waren an Vögeln alles was ich entdecken konnte, Säuger waren keine zu sehen, hörte aber mal ein Mankei warnen.

 

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 Erwähnenswert ist noch die Rückfahrt über Garmisch. Erst mal durchs Montafon und die Sivretta Hochalpenstraße geht´s runter über Ischgl, Imst nach Grainau und Garmisch weiter zur A95 München. Hohes Verkehrsaufkommen und Baustellen, sowie die Durchfahrt von Garmisch sowie der Landeshauptstadt, sorgen schnell mal für 6 - 7 Stunden Fahrzeit. Streckenmäßig weiter aber wesentlich entspannter geht`s wieder zurück und bei Bludenz auf die Rheintalautobahn A14  sowie Lindauer Autobahn A96 Richtung München. Allerdings auch nur mit Vignette.

Kurz darauf waren wir wieder ins Montafon unterwegs, wieder über Bludenz, wieder die Rheintalautobahn, nahmen aber direkt die Autobahnausfahrt Bludenz Brunnenfeld, zur Staatsstraße 188, die dann nach St. Gallenkirchen nahtlos zur Silvretta Hochalpenstraße wird.

Unser Ziel war der Stellplatz Waldcamping Batmund in St. Gallenkirchen. Unsere Skepsis betreffend der Straßennähe wurde nach kürzester Zeit widerlegt. Was wir vorfanden war ein teils schattiger Platz am Fluss mit sauber parzelliertem Teil für Wohnmobile inclusive Stromkästen für jeweils zwei Stellplätze!, einen äußert geschmackvoll gefliesten, großzügig bemessenen und absolut modernen und sauberen Sanitärbereich und sehr freundliche Damen im Empfangshäuschen. Alles in Allem top. Ein Spaziergang mit Kamera entlang des Flusses auf einem Wanderweg war durchaus lohnend. Ein reges Insektenleben ist hier anzutreffen und bietet dem Makrofotografen unendliche Möglichkeiten, zudem schaffen  etliche Bergbahnen in der Umgebung ein riesiges Fotoumfeld. Zahlreiche Wasserfälle und Aussichtspunkte laden zum Besuch ein. Google Maps in gewisser Vergrößerung schmeißt hier unzählige Natur-HotSpots aus. 

Von hier aus gings dann wieder auf die Silvretta Hochalpenstraße. Im Sommer 21 kostete unser Womo 16,50 Euro Maut und wie uns am Häuschen gesagt wurde, wäre eine Nacht oben am Stellplatz beinhaltet.

Die Straße ist landschaftlich ein Traum, fahrerisch aber durchaus anspruchsvoll, da etliche sehr scharfe Kehren zu befahren sind und diese durchaus Aufmerksam bedürfen. Ich bin öfter mit Blinker weitergefahren um den schnelleren PKW´s und Motorrädern das Vorbeifahren zu ermöglichen. Um aber die Landschaft wirklich zu genießen sollte man unterwegs öfter die Parkbuchten nutzen.

Auf dem Stellplatz "Bieler Höhe", linksseitig,  kurz vor dem Parkplatz Silvrettastausee in 2071 m Höhe, ist der Platz fürs Womo je nach Jahreszeit durchaus früh zu belegen, weil die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten ziemlich hoch ist und sonst keine weiteren Nachtstellplätze vorhanden sind. Toiletten oder gar Duschen sowie Stromanschluss gibt es hier nicht, aber kiesigen, geraden Untergrund und wer`s braucht, Dixitoiletten am Eingang zum Rundweg neben der Staumauer des Silvrettasees. Gastronomie gibt es hier am Parkplatz auch, hatte aber im Sommer - wohl coronabedingt - schon früh geschlossen.

Fotografisch sind die Wiesen unmittelbar am Stellplatz schon hoch interessant. Findet hier schon botanisch einiges, was diese Höhe und Lage auch erwarten lässt. Verschiedenste alpine Blühpflanzen sind leicht zu finden. Einigermassen menschenvertraut habe ich hier Steinschmätzer und Bergpieper fotografiert, Hausrotschwänze sind unterhalb an den Almen und sogar Murmel kann man hier antreffen. Auch die kleine Barbarakapelle oberhalb der Gaststätten ist mit Bergkulisse des Piz Buin im Hintergrund ein lohnendes Fotoziel. Alles was das Fotografenherz höher schlagen lässt gibt es dann entlang der Wege, die am Silvrettaparkplatz über die Staumauer Richtung Piz Buin oder nur als Rundweg, ihren Ausgang nehmen. Ich habe hier so alles an Pflanzen gefunden, was das zentrale Gebirge der Alpen hergibt, vom Alpenfettkraut (Pinguicula alpina) bis zum Allmannharnisch, vom Läusekraut (Pedicularis) bis zum Alpenmaßliebchen sowie riesige Flächen Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron). Orchideen wie Grüne Hohlzunge (Coeloglossum) und Höswurz (Pseudorchis) fallen im Sommer auf, Zwergprimel (Primula), Tragant und Soldanellen sind nähe der Schneefelder anzutreffen.

Zahlreiche Bergwanderer und Alpinisten waren unterwegs. Ist doch hier der Ausgang einiger lohnender Wanderwege und Klettersteige, der Piz Buin ist von hier erreichbar und einige Hütten bieten Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Hochalpenstraße fällt dann in östliche Richtung wieder ab, durch Galtür (zu erwähnen sei hier noch das Skigebiet Silvapark sowie der Stausee Koops und der kleinere Zeinissee mit seinem wunderschön gelegenen - aber ziemlich kostspieligen Campingplatz Zeinissee), und Ischgl erreicht man Landeck. Von hier Richtung Zugspitze und über Garmisch geht`s es dann wieder Richtung München.

 

 

 

 

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Wer als Naturfotograf von München mal nicht zum Gehege Nationalpark Bayerischer Wald, zum Wildpark Poing oder auch an den Isar-Oberlauf fahren will, für den ist der Federsee in Baden-Württemberg eigentlich ein Muss.

Viele aufmerksame Fotografen haben sicher schon die Berichte in diversen Fotozeitschriften über die teilweise massenhafte Ansammlung von Bartmeisen im Herbst gelesen, doch das Gebiet gibt deutlich mehr her.

Von München geht es auf der A8 Richtung Stuttgart, bei Ulm auf die A7 und dann über B32 und B20 Richtung Biberach. Von dort ist es ein Katzensprung nach Bad Buchau, das über dem Federsee gelegene Kurstädtchen. Ca. 2,5 Stunden dauert die Reise.

Am Ort gibt es vier Stellplätze. Empfehlen möchte ich den Platz direkt am Seemuseum. Dieser befindet sich unmittelbar am Eingang zum Holzsteg, der sich mitten durch die vom örtlichen BUND gepflegten Streuwiesen sowie durch große Schilfgebiete direkt in den See hinaus schlängelt.

Das Benutzen des Steges ist kostenpflichtig. Für Stellplatzbenutzer unter Vorlage des Tickets aber entfällt der Eintritt. Im Übrigen betreibt die örtliche BUND auch ein Naturschutzzentrum nicht weit vom Stellplatz, das zu besuchen es sich immer lohnt. Kann man hier doch nützliche Informationen erhalten aber auch geführte Exkursionen buchen, sich über den See informieren und auch etwas über die Entwicklung des Gebietes erfahren. Nicht weit davon befindet sich auch das Federseemuseum, dessen Besuch sicherlich auch lohnend ist. Leider hatte es immer geschlossen, wenn wir vor Ort waren.

Am großen Parkplatz ist die hinterste Stellreihe den Wohnmobilen vorbehalten. Stehen bis um 12 Uhr Mittag kostet 10 Euro, für 50 Cent per KWh kann man an mehreren Verteilern auch Strom beziehen. . Die Stellplatzgebühr zahlt man in bar oder mit Karte am Automat, den Strom kann man nur mit 50 C Münzen bezahlen. Da muss man halt immer wieder nachwerfen. Der Untergrund ist geteert und ziemlich gerade. Für leichte Korrekturen sind aber doch Keile gefragt.

Übrigens, wenn man sich bei der Ab- oder Ausfahrt am Naturschutzhaus rechts hält kommt sofort der nächste Stellplatz, sehr zweckmäßig und sauber angelegt. Hier kann man mit modernster Anlage Grauwasser entsorgen, Frischwasser auftanken und auch die Toilette entleeren. Ein weiterer ebener Stellplatz befindet sich am Parkplatz Kurklinik. Beide Stellplätze kosten 12,50 Euro jeweils bis Mittag, dann muss man Nachlösen.

Am besten geht’s ganz früh mit Kamera auf den Steg. Ab Betreten des Steges sollte man Augen und Ohren offenhalten. Denn jetzt beginnt schon die heiße Phase. Frühmorgens ist – wie jeder Naturfotograf weiß – die Natur noch aktiv und die Besucher des Steges halten sich durchaus noch in Grenzen.

Vom ersten Schritt an kann man mit Rehen und auch dem Fuchs in den Wiesen rechnen, Graureiher und im Herbst und Winter auch Silberreiher stehen an den kleinen Gräben, die sich entlang des Steges hinziehen. En Stückchen weiter beginnt das Altschilf. Hier beginnt auch das Reich der Bartmeisen. Im zeitigen Frühjahr singt hier die Rohrammer, wenn das Schilf dann sprießt kommen diverse Rohrsänger und Schwirle dazu.

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Immer sollte der Blick auch nach oben gehen. Im Winter ist in der Nähe ein bedeutender Kornweihen-Schlafplatz, und mit Überflieger ist immer zu rechnen. Am Mitte März wird die Kornweihe dann von der Rohrweihe abgelöst. Auch kann man alle Arten von Reihern, Gänse – zumeist Grau-. – und diverse Enten im Flug ablichten. Interessant wird es dann auch auf der Plattform des Aussichtsturms. Wer sich ruhig verhält wird es hier bald mit allem zu tun haben was so am See kreucht und fleucht. Der Eisvogel ist hier regelmäßiger Gast, Reiher und Enten im Tiefflug, auch der Biber und die Bisamratte statten dem Turm regelmäßig Besuche ab. Wer aufmerksam die Gegend beobachtet kann im Winter auf den Büschen hinter dem Kanal auch schon mal den Raubwürger entdecken.

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„Übrigens kann man sich auf der NABU-Seite für einen Federsee-Newsletter anmelden, mit dem man dann regelmäßig über die aktuellen Natur-Beobachtungen informiert wird  - hier gehts auch:   Nabu-Federsee "

Wer jetzt den Steg weitergeht kommt schnell zu der – mittlerweile durch die Naturfotografen leider zu einer gewissen traurigen Berühmtheit gelangter – Bootshütte, die linkerhand des Steges liegt und mit diesem durch einen gesperrten Holzweg verbunden ist. Hier füttert der "NABU" die Bartmeisen mit Sand an um diesen das Verdauen der Samenkost zu erleichtern und dass wird von den hübschen Vögeln auch gerne angenommen, Leider führt dies immer wieder zu chaotischen Ansammlung schießwütiger und teils rücksichtsloser Fotografen.

Wer aber vor oder hinter der Massenansammlung sensationshungriger Fotografen Augen und besser Ohren aufhält wird entlang des Steges auch Abseits des Trubels Bartmeisen nahe im Schilf entdecken und zu tollen Aufnahmen kommen.

Geht man weiter hinaus Richtung des offenen Wassers gelangt man wieder heraus aus dem Schilf. Auch hier sollte man aufmerksam die Ufer beobachten, denn Reiher, Eisvogel und im Winter als Gast auch schon mal die Große Rohrdommel sorgen hier durchaus für gerngesehene Überraschungen. Und wer die Vögel vorher entdeckt, bevor er selber gesehen wird, der kommt schon mal zu tollen Aufnahmen.

Rohrammer ()_0030                                         Silberreiher ()_0071       

 

 

 

 

Nicht zu vergessen seien auch die tollen Morgenstimmungen, die der See mit seinen Bodennebeln zu bieten hat. Leider hält sich der Nebel häufig mehr als hartnäckig, dass nicht selten ganze Fototage wegen der schlechten Sicht ausfallen müssen.

Wer dann mit dem Wohnmobil dort einige Tage verbringt, dem sei das Thermalbad mit seiner Saunalandschaft ans Herzen gelegt. Ein Vergnügen für den nicht fotografierenden Partner. Auch der angrenzende Kurpark bietet Kurzweil, besonders wenn man sich mal intensiv mit seiner Attraktion, dem Biber beschäftigt. Setzten sie sich abends mit Kamera in Position und finden sie heraus, wann und wie er – oft noch bei Fotolicht – aus dem Bach durch den Kurpark zum Fressen auf die umliegenden Wiesen und Ufer steigt. Aber Vorsicht – auch hier ist mit „schießwütigen“ Fotografen zu rechnen.. Besonders wenn sie noch großspurig über das Verhalten - wenn Biber kommt - aufklären und dann vor lauter Ungeduld und Stümpertum dem Biber so auf die Pelle rücken, dass dieser erst wieder eine Zeit braucht, um den Schreck zu verarbeiten. Leider ist 2021 dort etwas vorgefallen, was die Biber lt. meinen Infos nicht überlebten.

Sowohl der sogenannte Wackelwald – dessen „wackeln“ tatsächlich spürbar ist (fotografisch aber eher uninteressant) - wie auch das Örtchen Bad Buchau bieten durchaus Kurzweile. das tolle Bad wurde schon erwähnt, die Gastronomie muss man sich selbst erforschen - weil alles auch eine Frage des Geschmackes ist.

Fazit: Für Naturfotografen – auch mit nicht fotografierender Begleitung – ein lohnendes Ziel

 

Silberreiher ()_0082.

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