
Unterwegs für die Natur
Naturfotografie beginnt für mich nicht mit dem Auslösen. Sie beginnt mit dem Hinsehen, mit Geduld – und oft mit der Bereitschaft, an denselben Ort immer wieder zurückzukehren.
Manche Motive entstehen nach langem Warten, andere begegnen mir unerwartet am Wegesrand. Entscheidend ist für mich nicht allein das fertige Bild. Ebenso wichtig ist die Zeit, die ich draußen verbringe: das Beobachten eines Lebensraumes, das Erkennen von Zusammenhängen und die Erfahrung, dass sich Natur niemals vollständig planen lässt.
Mit 16 Jahren hielt ich meine erste eigene Kamera in den Händen, eine Yashica mit einem kleinen Zoomobjektiv. Aus dieser ersten Kamera entwickelte sich nach und nach eine umfangreiche fotografische Ausrüstung, aus gelegentlichen Aufnahmen wurde eine intensive Beschäftigung mit der Natur. Die Technik hat sich im Laufe der Zeit grundlegend verändert. Geblieben ist die Neugier auf das, was draußen geschieht.
Beobachten, verstehen, wiederkommen
Mein fotografischer Schwerpunkt liegt auf der Tierwelt, besonders auf Vögeln. Ebenso faszinieren mich Pflanzen – von Nutzpflanzen wie Gemüse, Feldfrüchten, Obst und Kräutern über die heimische Flora, speziell auch Orchideen, bis zu den Zwiebelpflanzen des Mittelmeerraumes. Hinzu kommen die kleinen, oft übersehenen Motive zwischen Gras, Steinen und Wasser.

Viele Aufnahmen entstehen nicht bei einem einmaligen Besuch. Ich kehre an vertraute Orte zurück, beobachte Entwicklungen und erlebe, wie sich Lebensräume über die Jahre verändern. Gerade diese wiederholten Begegnungen lassen aus einzelnen Fotografien eine fortlaufende Dokumentation entstehen.
Aus Beobachtung wird für mich auch praktische Naturschutzarbeit. Im Rahmen des vom Landschaftspflegeverband Dachau koordinierten Netzwerks Kiebitz beteilige ich mich in meiner näheren Umgebung am Monitoring und am Schutz dieses selten gewordenen Bodenbrüters. Für die Gebietsbetreuung Ampertal stelle ich Bildmaterial für Veröffentlichungen zur Verfügung und halte gelegentlich Vorträge über Biotopschutz am Beispiel unseres Heimatflusses Amper.
Naturfotografie bedeutet für mich, den Tieren und ihren Lebensräumen mit Rücksicht und Respekt zu begegnen. Viele Aufnahmen erfordern Nähe – und gerade deshalb ist es wichtig, das Verhalten der Tiere aufmerksam zu beobachten, ihre Reaktionen richtig einzuschätzen und Störungen so gering wie möglich zu halten. Erfahrung und Geduld helfen dabei, den richtigen Augenblick zu erkennen und ebenso zu wissen, wann Zurückhaltung geboten ist.
Meine langjährige Mitgliedschaft im LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. – und meine Tätigkeit im Vorstand der Kreisgruppe Dachau von März 2012 bis März 2023 haben meinen Blick auf Arten und Lebensräume zusätzlich geprägt. Als Mitglied und anerkanntes Vollmitglied der GDT – Gesellschaft für Naturfotografie e. V. – ist für mich auch der Austausch mit anderen Naturfotografen ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit.
Technik als Werkzeug
Kameras und Objektive sind für mich Werkzeuge. Sie helfen dabei, flüchtige Augenblicke sichtbar zu machen, ersetzen aber weder Erfahrung noch Geduld.
Nach vielen Jahren mit unterschiedlichen analogen und digitalen Kamerasystemen wechselte ich 2023 vollständig zu Sony. Entscheidend ist für mich jedoch nicht, welches Gerät im Rucksack liegt, sondern was damit entsteht.
Manche Aufgaben verlangen darüber hinaus besondere Lösungen. Für die Fotografie auf dem Wasser habe ich ein eigenes Schwimmversteck konstruiert und gebaut. Es ermöglicht Beobachtungen aus einer niedrigen Perspektive und macht Aufnahmen möglich, die vom Ufer aus nicht entstehen könnten.
Mit Kamera und Wohnmobil unterwegs
Naturfotografie endet für mich nicht an den Grenzen Bayerns. Viele Reisen führen mich durch Europa – in alpine Landschaften, an Küsten, in mediterrane Lebensräume und in Regionen, die gerade durch ihre Gegensätze faszinieren.
Früher genügte uns ein Lieferwagen mit Luftmatratze, Gaskocher und Wasserkanister. Komfort spielte kaum eine Rolle. Zum Waschen fand sich ein Wasserfall oder ein Gebirgsbach. Irgendwann wurden warme Lebensmittel, ungekühlte Getränke und improvisierte Schlafplätze jedoch weniger romantisch, als sie zunächst klangen.
Seit 2018 sind meine Frau und ich deshalb mit einem knapp sechs Meter langen Wohnmobil auf Basis eines Fiat Ducato und mit französischem Ausbau von Chausson unterwegs. Äußerlich ist es tiefschwarz – man will schließlich auch einmal in der Wildnis verschwinden, was damit erstaunlich gut gelingt.
Das Wohnmobil ist Reisegefährt, Rückzugsort und Ausgangspunkt für fotografische Unternehmungen. Es ermöglicht uns, näher an den Landschaften zu bleiben, auf Wetter und Licht zu reagieren und nicht sofort weiterfahren zu müssen, wenn ein Ort mehr Zeit verlangt.
Nicht jede Stunde einer solchen Reise wird fotografiert. Manchmal gehört auch das ruhige Sitzen am Abend dazu – und das Erleben eines Lichtes, das selbst dann in Erinnerung bleibt, wenn die Kamera gerade nicht in der Hand liegt.

naturabavariae
Aus diesen Begegnungen, Reisen und Beobachtungen ist naturabavariae entstanden. Die Webseite vereint mehr als 20.000 Fotografien von Landschaften, Tieren, Pflanzen und Reiseeindrücken. Nahezu alle Aufnahmen entstanden unter natürlichen Bedingungen in freier Landschaft. Sie zeigen spektakuläre Augenblicke, aber ebenso das Kleine und Unscheinbare, das leicht übersehen wird.
Die Bilder sollen nicht nur zeigen, wie Natur aussieht. Sie sollen von Begegnungen erzählen, Veränderungen sichtbar machen und dazu anregen, genauer hinzusehen.
Befreundete Seiten und Partner
Instagram
Auf meinem Instagram-Konto naturabavariae_manfred_kuehn veröffentliche ich weitere Fotografien und aktuelle Eindrücke.
Günter Lenz – Fotografie
„A oida Spezi“ und Fotograf mit einem eigenen Blick auf Landschaft, Licht und Natur.
blickwinkel
Die Bildagentur, die meine Fotografien vermarktet.
Fotocommunity
Eine weitere Auswahl meiner Bilder ist in der Fotocommunity zu sehen.
Hotel Waldfrieden
Ein familiengeführtes Hotel in Spiegelau im Bayerischen Wald, das wir bereits mehrfach genutzt haben. Durch seine Lage nahe dem Nationalpark Bayerischer Wald eignet es sich besonders für Naturfotografen und ihre Begleitung.
RIOMAR.NET
Ferienhäuser in Riumar im Naturpark Ebrodelta. Wir haben dort selbst gewohnt und waren mit der Unterkunft und ihrer Lage zwischen den Naturgebieten und der Mittelmeerküste sehr zufrieden.
Heike und Axel
Meine Freunde aus Nürnberg und ihre gemeinsame Internetseite birchior.de.
Diana und Volker Widmann
Naturfotografie von Diana und Volker Widmann.
ALPA-FOTO
Ein Fotofachhandel, bei dem ich bereits mehrfach neue Geräte gekauft und gebrauchte Ausrüstung verkauft habe – stets seriös und absolut korrekt.
Fachwerk Media
Fachwerk Media führte die technische Umstellung von naturabavariae auf Joomla 5 durch. Vielen Dank für die Unterstützung.
Persönlicher Schlussgedanke
Je länger ich draußen unterwegs bin, desto deutlicher erkenne ich, wie verletzlich unsere Natur geworden ist. Manche Arten, die mich über viele Jahre begleitet haben, werden seltener. Lebensräume verändern sich – oft leise und beinahe unbemerkt, manchmal aber auch erschreckend schnell.
Fotografieren bedeutet für mich deshalb weit mehr, als einen schönen Augenblick festzuhalten. Es bedeutet auch, das zu dokumentieren, was heute noch selbstverständlich erscheint, morgen aber vielleicht schon unwiederbringlich verloren ist.
Ich wünsche mir, dass die Bilder auf naturabavariae nicht eines Tages nur noch Zeugnisse einer einst artenreichen und vielfältigen, aber inzwischen vergangenen Natur sind. Viel lieber sollen sie dazu beitragen, ihren Wert zu erkennen, sie bewusster wahrzunehmen und ihren Erhalt als gemeinsame Verantwortung zu verstehen.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Sinn von naturabavariae.